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Der Two-Tier-Ansatz von SAP ist ein strategischer Rahmen, der es Unternehmen ermöglicht, ihr bestehendes ERP-System, das in der Regel auf Konzernebene eingesetzt wird (Tier 1), mit einem sekundären SAP-System (Tier 2) zu kombinieren. Letzteres wird in Tochtergesellschaften oder kleineren Standorten eingesetzt. Dies gibt Unternehmen die Flexibilität, ein zentrales Kernsystem beizubehalten, während Tochtergesellschaften oder kleinere Geschäftsbereiche mit einer separaten, lokalisierten SAP-Lösung arbeiten können.

Verbesserte Agilität und Skalierbarkeit

Durch die Einführung des zweistufigen SAP-Ansatzes können Unternehmen eine höhere Agilität und Skalierbarkeit innerhalb ihrer Organisationsstruktur erreichen. Die dezentralen Systeme der Tochtergesellschaften ermöglichen es den einzelnen Einheiten, sich schnell an lokale Marktbedingungen, gesetzliche Anforderungen und spezifische Geschäftsprozesse anzupassen und darauf zu reagieren. Dadurch wird die Time-to-Market-Phase deutlich verkürzt. Diese Flexibilität erhöht die Agilität und ermöglicht es den Tochtergesellschaften, Veränderungen schnell umzusetzen und so die Kontinuität und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Standortspezifische Anpassungen

Global agierende Unternehmen müssen oft unterschiedliche lokale Geschäftspraktiken und gesetzliche Anforderungen berücksichtigen. Der Two-Tier-Ansatz ermöglicht es den Tochtergesellschaften, ihr SAP-System an die spezifischen regionalen Anforderungen anzupassen, zum Beispiel in Bezug auf Besteuerung, die Berichtsstandards und die Sprachlokalisierung. Diese Anpassung minimiert die betriebliche Komplexität und unterstützt die Einhaltung von Vorschriften, um einen reibungslosen Betrieb in verschiedenen Märkten zu gewährleisten.

Attraktives Kostensystem

Der zweistufige Ansatz bietet erhebliche Kostenvorteile, da die Komplexität und die Infrastrukturanforderungen einer einzigen globalen ERP-Implementierung reduziert werden. Anstatt ein großes, zentralisiertes ERP-System für das gesamte Unternehmen zu implementieren und zu warten, ermöglicht dieser Ansatz ein kleineres, stärker fokussiertes System auf der Ebene der Tochtergesellschaften. Diese Lokalisierung reduziert die Lizenzkosten, die Infrastrukturausgaben und den laufenden Wartungsaufwand, was zu einer Gesamtkostenoptimierung führt. Für Tier Two, also die kleineren Standorte, zahlt das Unternehmen nur für die Funktionen, die tatsächlich genutzt werden ¬¬– denn die Vielzahl der Möglichkeiten von Tier One, dem Hauptstandort, wird dort in der Regel nicht benötigt.

Schnellere Implementierung und geringeres Risiko

Die unternehmensweite Implementierung eines großen ERP-Systems ist ein komplexes Unterfangen, das mit Risiken verbunden ist. Der zweistufige Ansatz von SAP verringert diese Risiken, indem er es den Tochtergesellschaften ermöglicht, eine lokalisierte SAP-Lösung in kürzerer Zeit einzuführen. Dieser gestraffte Implementierungsprozess verkürzt die Gesamtprojektdauer und minimiert die Beeinträchtigung des Kerngeschäfts. Darüber hinaus ist eine schrittweise Einführung möglich, was die Identifizierung und Lösung potenzieller Probleme oder Herausforderungen erleichtert und somit die Risiken der Implementierung verringert.

Zentralisierte Datenverwaltung

Während jede Tochtergesellschaft mit ihrem eigenen, lokalisierten SAP-System arbeitet, sind Datenintegration und -konsolidierung für eine effektive Entscheidungsfindung auf Konzernebene nach wie vor von entscheidender Bedeutung. Der zweistufige Ansatz von SAP gewährleistet einen nahtlosen Datenfluss zwischen den Systemen der Tochtergesellschaften sowie des Konzerns und gestattet einen Echtzeit-Einblick in die Aktivitäten der Tochtergesellschaften. Diese zentrale Datenverwaltung ermöglicht es den Unternehmen, fundierte Entscheidungen auf der Grundlage genauer und aktueller Informationen zu treffen. Auf diese Weise wird die Transparenz und Abstimmung im gesamten Unternehmen gefördert.

Kunden erkennen den Bedarf

Die genannten Vorteile machen den Two-Tier-Ansatz für Unternehmen sehr attraktiv. Es ist spannend zu beobachten, dass unsere Kunden mittlerweile explizit nach dieser Strategie fragen und den Mehrwert erkennen. Das hätten wir vor zwei Jahren noch nicht gedacht. Aber mit dem Wandel hin zur Public Cloud ist das Verständnis und schlicht das Wissen um die Vorteile eines solchen Ansatzes bei vielen Unternehmen gewachsen.

Im Gegensatz zu anderen Beratungshäusern spezialisieren wir uns nicht auf ein Produkt, sondern schauen uns die IT-Architektur und -Strategie des jeweiligen Kunden an, um dann die passende Lösung anzubieten. SAP selbst hat kürzlich betont, dass es schwierig sei, am Markt verlässliche Partner zu finden, die über fundierte Erfahrungen mit Public-Cloud-Projekten verfügen. Doch genau diese Expertise und Erfahrung haben wir nicht zuletzt durch unsere eigene SAP-Transformation aufgebaut. Das ist einzigartig in Deutschland und ein großer Vorteil für uns.

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Bild Stephan Thies

Autor Stephan Thies

Stephan Thies ist Leiter der Line of Business Manufacturing bei adesso orange.

Kategorie:

Methodik

Schlagwörter:

SAP

Cloud

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