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Menschen von oben fotografiert, die an einem Tisch sitzen.

Beginnen wir zunächst mal mit den Definitionen. Wikipedia stellt die Bedeutung von E-Commerce wie folgt dar:

E-Commerce

„Elektronischer Handel, auch Internethandel, Onlinehandel oder E-Commerce, bezeichnet Kaufvorgänge und Verkaufsvorgänge mittels Internet (oder anderer Formen von Datenfernübertragung). Frühe Ausprägungen des elektronischen Handels fanden sich in den Online-Portalen der 1980er Jahre, insbesondere in Form des Electronic Mall (elektronischen Einkaufszentrums) bei Compuserve.

Käufer und Verkäufer schließen online Kaufverträge; oft wird das Geschäft weitgehend automatisiert abgewickelt. Im weiteren Sinne umfasst der elektronische Handel jede Art von geschäftlicher Transaktion, bei der Internet-Anbieter – auch solche, die keine Handelsunternehmen sind – und Internet-Nachfrager als Transaktionspartner im Rahmen von Leistungsanbahnung, -vereinbarung oder -erbringung elektronische Kommunikationstechniken einsetzen. (..) Im engeren Sinne umfasst der elektronische Handel die über das Internet abgewickelten Geschäftsbeziehungen zwischen Internethändlern (also Handelsunternehmen, die das Internet ausschließlich oder (als Multi-Channel-Händler) zusätzlich zum stationären oder zum angestammten Versandgeschäft nutzen) und Internet-Nachfragern. Waren aus dem präsentierten Angebot können, analog zum Einkauf bei einem stationären Handelsbetrieb, ausgewählt und in einen „Warenkorb“ aufgenommen werden. Der Bestellvorgang wird abgeschlossen, indem die Bestellung online übermittelt und bestätigt wird“.
Quelle: Wikipedia, 03.05.2022/9.15 Uhr

Der elektronische Handel oder E-Commerce bezieht sich also auf den Prozess des Kaufs und Verkaufs von Waren und Dienstleistungen mit Hilfe einer geschäftlichen Transaktion über das Internet. Dabei werden Gelder und Daten zur Durchführung dieser Transaktion ausgetauscht.

Damit dies alles geschehen kann, werden bestimmte Technologien eingesetzt, zum Beispiel zur Datenerfassung und zum Datenmanagement, zum elektronischen Geldtransfer, zum mobilen Handel, zum Online-Marketing, zum Lieferkettenmanagement, zur Online-Transaktionsverarbeitung, zu EDI und, und, und.

Die Arten, wie E-Commerce vonstattengeht, sind dabei unterschiedlich. Von Business to Customer (B2C) und Business to Business (B2B) über Business to Business to Consumer (B2B2C) bis hin zu Customer to Business (C2B) und Customer to Customer (C2C). Für uns am prägnantesten in Sachen E-Commerce sind Anbieter wie Amazon, Zalando, eBay & Co. Gehandelt werden dabei sowohl physische als auch digitale Produkte und natürlich auch Dienstleistungen.

„So weit, so gut“, könntet ihr euch jetzt denken, aber wo passt da jetzt noch der Digital Commerce hin? Also schauen wir uns auch dessen Definition einmal näher an.

Digital Commerce

Das Gartner-Glossar beschreibt Digital Commerce wie folgt:

“Digital commerce enables customers to purchase goods and services through an interactive and self-service experience. It includes the people, processes and technologies to execute the offering of development content, analytics, promotion, pricing, customer acquisition and retention, and customer experience at all touchpoints throughout the customer buying journey.”

Auf den ersten Blick sieht man hier keine großen Unterschiede zwischen E-Commerce und D-Commerce. Während nun die einen den Digital Commerce per Definition als eine Untereinheit des E-Commerce sehen, hat Prof. Dr. Stummeyer, Professor für Wirtschaftsinformatik und Digital Commerce an der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI), eine andere Meinung dazu. Er will D-Commerce vielmehr als ein Synonym des E-Commerce verstanden wissen:

„Der Begriff Digital Commerce ist ein Synonym zum Begriff Electronic Commerce (E-Commerce). Demnach handelt es sich beim Digital Commerce um eine ,elektronische Geschäftsabwicklung‘. E-Commerce oder Digital Commerce ist der Teilbereich des Electronic Business (E-Business), der ,den Kauf und Verkauf von Waren und Leistungen über elektronische Verbindungen umfasst‘. Kennzeichen ist, dass im Digital Commerce die geschäftlichen Transaktionen (z.B. Verkauf oder Kauf von Waren und Dienstleistungen) sowie weitere Geschäftsprozesse (z.B. Werbung, ,After-Sales-Services‘, Onlinebanking) elektronisch abgewickelt werden. Somit verkehren die Beteiligten auf elektronischem Wege (z.B. über das Internet oder Mobilfunk-Netzwerke) miteinander und nicht durch physischen Austausch in direktem physischen Kontakt. (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon, E-Commerce.)“

Die zentrale Botschaft und wahrscheinlich auch schon bekannte Botschaft lautet: Kundinnen und Kunden denken nicht in Kanälen.

Während wir E-Commerce oftmals gleichbedeutend mit Onlinehandel wahrnehmen, geht der D-Commerce für uns noch weiter, denn: Hier verschwimmen die Grenzen zwischen online und offline vollständig.

Digital Commerce – ein Beispiel aus der Praxis

Um ein griffiges Beispiel zu nennen, gehe ich mal in mein Privatleben:

Meine beiden Kinder haben vor einiger Zeit ihren Führerschein gemacht und so stand der Erwerb eines weiteren Familienautos an. Recherchiert habe ich zunächst über das Internet und mich auf diesem Weg durch sämtliche Angebote von rentablen Gebrauchtwagen bis hin zu Leasingangeboten für nachhaltigere Neufahrzeuge bewegt. Unfallstatistiken, Verbrauchsdaten, technische Features, Coolness-Faktor des Fahrzeugs (ja, auch das ein sehr wichtiges Kriterium), Preis-Leistungs-Verhältnis, Arten der Leasingmodelle und natürlich auch den Händler des Vertrauens vor Ort – alles konnte ich vorab online sondieren. Im Anschluss ging es zu dem Autohändler und zur Vereinbarung einer Probefahrt. Geflasht von dem schönen neuen Fahrzeug ging es wieder zurück ins Netz zum Check von Influencer-Statements zum Fahrzeug , Werbesites & Co, die unseren Entschluss weiter positiv beeinflussten. Es war dann der persönlichen Verkaufsleistung des Mitarbeitenden vor Ort zu verdanken, dass die weitere Abwicklung offline stattfand. Sehr gut denkbar wäre aber auch gewesen, dass wir das Fahrzeug dann wiederum mit Hilfe von Online Car Sales bestellt hätten.

Man sieht, unsere Customer Journey auf dem Weg zum neuen Fahrzeug war hybrid – und bildet ein völlig normales Vorgehen von Konsumierenden heutzutage ab.

D-Commerce – E-Commerce: Was heißt das für den Handel?

In dem Maße, wie die Konsumierenden ihre Customer Journey beliebig on- und offline gestalten, muss auch der Handel die richtigen Angebote und Serviceleistungen bereitstellen. Nahtlose Einkaufsprozesse, multiple Payment-Angebote, schnelle, reibungslose Abwicklung sowie exzellenter Lieferservice und Kundensupport – all das ist, Stand heute, nichts Besonderes mehr, sondern der Standard, den die Kundschaft mittlerweile gelernt hat und erwartet. Und wie das schöne Wort „Digital“ im Begriff D-Commerce impliziert: Am Ende geht es um Digitalisierung, um IT-Systeme und es geht um den entsprechenden digitalen Reifegrad eines Unternehmens.

Fazit

Unsere kleine Spritztour in die Begrifflichkeiten hat gezeigt: Es ist durchaus interessant, mal die eine oder andere Commerce-Definition zu kennen. Am Ende allerdings lässt sich sagen: Es geht um die Entwicklung von Kundinnen und Kunden auf der einen Seite und von Händlern und Anbietern auf der anderen Seite. In diesem Zusammenhang mag ich den Begriff „Reifegrad“. Denn er beschreibt am besten, wie wir – jeder von uns – uns in den vergangenen Jahren entwickelt haben: vom Gang ins Ladengeschäft über den Onlinehandel per Klick bis hin zum reibungslosen Online- und Offline-Shopping. Mit Digital Commerce wird diesem Vorgang ein Name gegeben. Und gleichzeitig auch die Botschaft verknüpft: Nichts, aber auch gar nichts geht zukünftig ohne Digitalisierung. Nicht online und auch nicht offline.

Wo steht ihr mit eurem Unternehmen bei dieser Thematik? Kennt ihr den digitalen Reifegrad eurer Organisation? Und würdet ihr bei dieser Thematik mitgehen?

Bild Heike Heger

Autorin Heike Heger

Heike Heger ist Managerin für Vertriebsmarketing im Digital-Experience-Bereich bei adesso.

Kategorie:

Digital Experience

Schlagwörter:

E-Commerce

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