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Die Roadmap: Der strategiebasierte Fahrplan für weiteres Vorgehen

Der Interaction Room selbst ist bereits so angelegt, dass die Beteiligten des Workshop-Teams im Ergebnis neben der Vision und der Strategie auch eine Roadmap für anstehende Projekte durch die richtigen Priorisierungen und Visualisierungen erhalten.

Die Roadmap ist ein, seit Anfang der 2000er Jahre auch im deutschen Sprachraum verbreiteter Anglizismus, der in manchen Milieus – insbesondere in Wirtschaft, Politik und Medien – gerne als Synonym für eine Strategie oder einen Projektplan verwendet wird.

Eine Roadmap dient als Kommunikationsmedium und stellt eine Übersicht, wie sich eine Sache, meist ein Produkt, über einen strategischen Zeitraum entwickelt, visuell dar. Der Ausdruck wird in verschiedensten Forschungs- und Entwicklungsbereichen verwendet, dazu gehören zum Beispiel Produkt-Roadmaps, Technologie-Roadmaps, Forschungs-Roadmaps und Branchen-Roadmaps. Kennzeichnend für die Roadmap ist der nur vorbereitende Charakter und die grobe Planung der auszuführenden Schritte über einen längeren Zeitraum, diese umfasst in der Regel mehr als ein Jahr. Die Roadmap dient dazu, langfristige Projekte in einzelne, leichter zu bewältigende Schritte zu strukturieren, wobei Unsicherheiten und mögliche Szenarien zur Zielerreichung betrachtet werden.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Roadmap (Stand: 12/2019)

Die Roadmap – oder in unserem Verständnis der Strategieplan – gibt also Aufschluss, was der Fokus für die weitere Vorgehensweise ist. Soll es beispielsweise zunächst in Richtung Kundengewinnung gehen? Dann lägen sinnvolle und weitere Projekte sicherlich in den Bereichen „Leadgenerierung“, „Kampagnenmanagement“, „User Experience“ und „Online-Performance“ – und das mit sinnvollen Priorisierungen.

Anders sieht es in den Bereichen „Kundenentwicklung“ und „Kundenbindung“ aus: Hier liegen die Projektanstrengungen mit Priorisierungen dann stärker in den Bereichen „Cross-Selling / Up-Selling“, „Kundenbindungsprogramme“ und „Verstärkung der Service-Aktivitäten“.

Das Projektmanagement: Agil und flexibel mit dem MVP (Minimum Viable Product)

Wenn im Rahmen des Interaction Rooms der Fokus und die Priorisierung klar sind, dann kann die Spezifikation des Projektes angegangen werden. Im Zuge einer agilen - also schnellen und hochflexiblen Projektvorgehensweise empfiehlt sich das MVP.

Was ist ein MVP?

Das Konzept des Minimum Viable Product – wörtlich übersetzt ein „minimal überlebensfähiges Produkt“ – entstammt dem Lean-Startup-Gedanken. Es ist die erste und minimal funktionsfähige Version eines Produktes, das entwickelt wird, um mit dem kleinstmöglichen Aufwand die Bedürfnisse und Anforderungen, beispielsweise von Kunden, zu befriedigen.

Je nach Hauptziel des Teams und seiner Key Stakeholder wird „viable“ durch drei weitere Begriffe ersetzt. Diese machen die vielen Facetten konkreter und helfen dabei, das Konzept MVP je nach Kontext zu schärfen:

Minimum Testable Product: Jeder Versuch, bei dem sich (kleine) Hypothesen klassisch testen lassen. Den Anfang machen die Thesen, die den größten Gewinn in Bezug auf Wissen über Machbarkeit, Funktion, Value Propositions, Risiken oder Chancen bieten.

Minimum Useable Product: Jeder Versuch, der dem User einen (begrenzten) Nutzen bietet und der es ihm erlaubt, zu einer möglichen Verbesserung des Produkts Feedback zu geben. Der Fokus liegt weiterhin auf den Dingen, die den größten Mehrwert in Bezug auf Nutzen oder Feedback versprechen.

Minimum Loveable Product: Jeder Versuch, den der User so gut findet, dass er das Produkt tatsächlich kaufen, dauerhaft nutzen oder anderen Usern empfehlen würde. Im Idealfall ergibt sich das Minimum Loveable Product aus den Einsichten, die durch Minimum Testable und Minimum Useable Products gewonnen wurden.

Der MVP ist wie ein projektbezogener Durchstich (vertikales Prototyping) durch alle Ebenen hindurch

Das Ganze eignet sich besonders für Fälle, in denen noch Funktionalitäts- oder Implementierungsfragen ungeklärt sind. Abgeschlossene Teile können dann bereits umgesetzt werden, bevor die Anforderungen für den Rest komplett festgelegt wurden.

Die Erarbeitung eines „Minimum Viable Product“ bietet, ähnlich eines Durchstichs, die perfekten Ansätze für das vollständige Produkt (oder die vollständige Lösung), aber erhebt noch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Es braucht im Zuge der Agilität einmal die vollständige Betrachtung auf hoher Abstraktionsebene – jedoch immer im Hinblick darauf, dass weitere Verbesserungen und Veränderungen jederzeit stattfinden können.

Konkrete Workshop Outputs für das MVP:

  • Technologien: Die Ist-Situation steht fest und es gibt eine Definition der Soll-Situation.
  • Personas: Ein bis zwei Zielpersonen auf Personaebene sind bekannt.
  • Touchpoints: Es gibt ein klares Verständnis darüber, wo definierte Zielgruppen unterwegs sind.
  • User Experience: Es steht fest, was in Richtung Benutzerführung berücksichtigt werden sollte.
  • Performance: Die Schwachstellen der Ist-Situation sind bekannt und es steht fest, worauf geachtet werden muss.

Ist das MVP fertig, wird der Kunde sehr gut und anschaulich in die Lage gebracht, eine professionelle Bewertung vorzunehmen und kann sehr früh entscheiden, ob das Ergebnis seinen Vorstellungen entspricht oder ob es da mehr braucht.

MVP – Fragen, die sich in der Betrachtung ergeben:

  • Ist ein starker Technologieansatz notwendig?
    • Werden neue oder weitere Technologien zur Umsetzung der Roadmap benötigt?
    • Welche Technologien werden konkret benötigt und gibt es eine Systemlandschaft, die berücksichtigt werden soll (zum Beispiel SAP)?

  • Wird als Folge ein weiterer Beratungsansatz notwendig?
    • Müssen Themen strategisch weiter durchdacht werden?
    • Werden weitere Workshops benötigt, um in andere oder neue Bereiche zu gehen?
    • Müssen Prozesse (intern sowie extern) weiter durchdacht werden?

Fazit aus Schritt 2: Das MVP und die optimale Roadmap

Auf dem Weg zur digitalen Transformation ist die agile Vorgehensweise über ein MVP der klassischen Wasserfallmethodik überlegen. Für Kunden erlaubt diese Vorgehensweise das perfekte Eintauchen in die digitale Vision und zwar gepaart mit der Entwicklung einer passenden Unternehmensstrategie. Im Zuge von „der Weg ist das Ziel“ erhalten die Stakeholder im Projekt step-by-step die richtigen Erkenntnisse und können dann flexible Anpassungen auf dem Weg zu einem digital reifen Projekt vornehmen. Das Ergebnis ist in der Regel sehr viel durchdachter, zielgerichteter und in Summe letztlich auch kostengünstiger.

Werft auch einen Blick in unseren ersten Teil der Blog-Serie zum Thema „Ziele und Projekt-Scope festlegen“.

Dieser Beitrag ist auch im ARITHNEA-Blog erschienen.

Autor: Sonja Gossens-Apel

Sonja Gossens-Apel ist Head of Business Development bei der ARTIHNEA GmbH.

Kategorie:

Methodik

Schlagwörter:

Minimum Viable Product

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