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Menschen von oben fotografiert, die an einem Tisch sitzen.

Hemmnisse der Digitalisierung in der Rückversicherung – Fakt oder Mythos? Die Antwort lautet: beides. Denn in der Versicherungsbranche ist „die Digitalisierung“ ein breit gefächerter Begriff.

Hier umfasst die Digitalisierung Prozesse, die von der analogen Bearbeitung zur digitalen Verarbeitung transformiert werden, aber eben auch digitale Schnittstellen zu Kundinnen und Kunden, Vertriebspartnern, Dienstleistern sowie zu neuen Geschäftsmodellen und Services.

Die Digitalisierung ist dabei vielschichtiger als allgemein bekannt. Schlagworte wie Künstliche Intelligenz / Artificial Intelligence (KI/AI), Big Data, Distributed Ledger, Blockchain und eine hybride Kundschaft mit den verknüpften Erweiterungen wie Customer-Relationship-Management-Systemen (CRM) oder Content-Management-Systemen (CMS) sind in aller Munde.

Rückversicherung GDV

Quelle: GDV: Fakten zur Versicherungswirtschaft 2020, https://www.gdv.de/resource/blob/24006/aa2a17f43015bef2c1dda20025dce604/keyfact-booklet---die-versicherungswirtschaft-fakten-im-ueberblick-download-data.pdf.

Auch bei Rückversicherern?

Der Bereich der Rückversicherung hatte schon immer seine Besonderheiten und vielleicht ebenso Eigenarten, welche die Rückversicherung auf ihre Art und Weise auszeichnen und besonders interessant machen.

Die Rückversicherung ist bekanntermaßen in den meisten Fällen die Versicherung der Versicherer. Warum sollten dann genau bei Rückversicherern Hemmnisse vorliegen – wenn hier doch Expertinnen und Experten gemeinsam gleichartige Geschäfte zeichnen?

  • Rückversicherer schreiben weiterhin gute Geschäfte und Gewinne. Sie spüren hierdurch aktuell vielleicht nicht so den Handlungsdruck für Investitionen in „die Digitalisierung“. Aber hierdurch könnte sich künftig ein Wettbewerbsnachteil der aktuell „größeren Rückversicherer“ entwickeln, wenn die vermeintlich „kleineren Rückversicherer“ jetzt die richtigen Digitalisierungsstrategien für ihr Unternehmen in die Zukunft ableiten.
  • Rückversicherer haben im Gegensatz zu den Erstversicherern keine allgemein gültigen Berechnungsgrundlagen. Die Berechnungen der Aktuare, die die Risiken und Portfolios bewerten, finden quasi mit den eigenen „Rechenschiebern“ im Geheimen statt. Die Crux liegt dabei auch heute noch darin, das Geschäft zu erkennen, die Berechnungsgrundlagen – auch bei bisher durch nichts und niemand übernommenen oder gar als „unversicherbar“ geltenden Risiken – mit der nötigen Erfahrung, Sorgfalt und Risikovalidierung zu ermitteln.

Die Top 5 sind oftmals bei der Entwicklung von Berechnungsmethoden für einen Schadenerwartungswert in einer Vorreiter-Rolle, an der sich weitere Rückversicherer orientieren oder gar einfach „mitgehen“.

Expertise für die Zeichnung von Versicherungsrisiken, also das Underwriting, ist somit auch heute noch ein zentraler Bestandteil zur Marktpositionierung der Rückversicherungsgesellschaften.

  • Rückversicherer beurteilen individuelle Risiken und bearbeiten kein Mengengeschäft, daher zeigt sich die digitale Prozessgestaltung häufig herausfordernd. Die Abbildung von Besonderheiten und Ausnahmen ist oftmals extrem aufwändig. Sie verbleiben daher in der Regel als manuelle Arbeitsschritte oder nicht automatisierte Prozesse.
  • Bei vielen Rückversicherern spielt die Auswertung übergreifend strukturierter Daten und eine abgeleitete, verbesserte Datenbasis eine immer stärkere Rolle.

Die große Herausforderung bildet dabei die heterogene IT-Landschaft der Erstversicherer mit ihrer bunten Mischung an Schnittstellen und Datenformaten.

Strukturierte Daten sind oftmals nicht vorhanden – zentrale Pooldaten und die nachgelagerte Data Science (also die Extraktion von Erkenntnissen und Ableitung von Handlungsfeldern) sind noch sehr lückenhaft.

  • Da sich Rückversicherer aber auch nicht nur am deutschen Markt tummeln, ist dies mit Blick auf internationale Arbeit mit lokalen Units an Märkten anderer Länder zu betrachten und umzusetzen. Die dabei zu beachtenden unterschiedlichen staatlichen, rechtlichen Rahmen und die (regionalen) Rechnungslegungsvorgaben binden beim Rückversicherer immer wieder Kapazitäten oder weisen Lücken auf. Dabei ist gerade der Raum „Osteuropa und Asien“ weiterhin für Rückversicherer sehr interessant, da er wegen des erhöhten Wachstumspotenzials lukrativ erscheint.
  • Vorteile der Top-3-Rückversicherer zeigen sich derzeit in Bezug auf Expertise bei Mortalitätsdaten: Beim Thema Data Analytics haben sie in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gesammelt. Hier versuchen die „kleineren Rückversicherer“ zeitnah nachzuziehen.

So weit ein Überblick über verschiedenartige Entwicklungen und Hemmnisse.

Gerne hätte ich hier nun die bisherigen Investitionen nach Erst- und Rückversicherern aufgelistet und verglichen. Allerdings gibt es seitens GDV nur die Veröffentlichung von IT-Kostenquoten von Erstversicherern:

Dagegen war keine direkte zentrale Offenlegung der IT-Kostenquote der Rückversicherer auffindbar.

Es gibt nur sporadische Pressemitteilungen oder Veröffentlichungen zu einzelnen Projekten und der angegebenen Projektkosten. Hemmnis für Offenheit und Transparenz?

Wie wollen wir gemeinsam mit euch die vorgenannten Hemmnisse abbauen und daraus Chancen generieren?

adesso ist euer Partner bei der erfolgreichen Konzeption und Umsetzung eurer passenden strategischen Ausrichtung. Profitiert von unserer Branchenkenntnis im Rückversicherungsbereich und der Fachexpertise unserer Consultants und Developer rund um das Thema kundenorientierte Lösungen.

Im Rahmen eines Interaction-Room-Workshops ermitteln und priorisieren wir gemeinsam mit euch die strategischen und operativen Herausforderungen rund um das Thema Digitalisierung. Gerade daraus kann eine entsprechende Handlungsempfehlung für die Umsetzungen in eurem Unternehmen gemeinsam zielgerichtet erarbeitet und visualisiert werden.

Die hierfür erforderliche Erfahrung im Umgang mit hochsensiblen Daten, die „highly confidential“ sind, hat adesso bereits mehrfach bei Versicherern, Banken und anderen Branchen, wie der Lotterie oder im öffentlichen Sektor, unter Beweis gestellt. Wir bringen Expertise in fachlichen und technischen Projekten mit, auch bei Projekten mit Wasserfall-agil-Brüchen.

Prozessual setzen einige heute die Digitalisierung mit der reinen Automatisierung gleich. Für uns sind Prozesse aber vollumfänglicher und weitreichender und sie automatisieren nicht „nur“ analoge Arbeiten. Für die heute immer noch sehr papierlastigen Arbeiten sollen digitale Lösungen und standardisierte Mechanismen implementiert werden. Bei der Erfassung, Verarbeitung und Nutzung von Daten unterstützen wir euch in den Themen der Datenkonvertierungen und -migrationen ebenso wie bei Wording-Analysen oder der Umsetzung von Corporate-Governance-Maßnahmen. Nicht zuletzt sollte die Möglichkeit zur Modularisierung von Zusatzdiensten (Services und Support), beispielsweise Erdbebenkarten oder Ähnliches, mitbetrachtet und Subscription-Modelle (CRM-Modelle) sollten bewertet werden.

Wir nutzen dabei eigene Produkte wie KI Expert, Data Analytics, Datenmigration MiG Suite, INRelation, adesso Transformer, u. v. m. – und halten ebenso namhafte strategische Partnerschaften in unserem Portfolio bereit.Wir freuen uns darauf, mit euch ins Gespräch zu kommen.

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