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Der neue BiPRO bAV-Standard mit RNext ermöglicht die digitale Übermittlung von standardisierten Änderungsmeldungen über die RNext-Schnittstelle zum Versicherungsunternehmen. Dadurch werden Bestandsprozesse optimiert, die Datenqualität erhöht und das Kundenerlebnis gefördert.

Parallel zur Initiierung, Zeichnung und Entwicklung, ist die RNext-Gruppe bAV in einem 2:2-Prinzip von Providern und Consumer in die pilothafte Implementierung eingestiegen. Dadurch wurden erste Erfahrungswerte bei der Umsetzung und wertvolles Feedback von ersten Usern gesammelt. Und nicht nur das: Kurz vor Weihnachten 2020 konnten mit vereinten Kräften die Arbeiten an der Version 1.0 abgeschlossen und ein Release Candidate erzeugt werden.

Was ist RNext?

RNext ist die neue Release-Generation von BiPRO-Schnittstellen, die dem technologischen Wandel folgt – wie beispielsweise von SOAP zu JSON/REST & Microservices. Durch die REST-basierte API-Architektur entstehen neue Datenmodelle und Strukturen. REST folgt dem Ziel eines einfachen Architekturstils, um moderne und schlanke Schnittstellen zu schaffen, die von beliebigen Geräten genutzt werden können. Neue fachliche Designprinzipien – etwa Domain Driven Design – stehen im Fokus.

Mit RNext werden neue Normen wie beispielsweise die Domäne bAV entwickelt. Die Release-Generation RClassic bleibt bestehen und die Pflege der bereits vorhandenen Normen läuft natürlich weiter.

Die RNext-Gremien

Für die Erarbeitung von Leitlinien, an denen sich der Normungsauschuss (NAUS) bei seiner Arbeit orientiert, wurden zwei neue Ausschüsse gegründet. Der Architekturausschuss beschäftigt sich mit der Entwicklung und Operationalisierung von einheitlichen Vorgehensweisen und Methoden, die sich in den Guidelines wiederfinden. Dieser Ausschuss arbeitet eng mit dem Referenzdesignausschuss zusammen, der sich wiederum auf den Aufbau und die Priorisierung von Anforderungen an das Referenzdesign fokussiert und die „Overall Design Principles“ überwacht. Dabei soll unter Berücksichtigung exemplarischer Implementierungen ein Referenzdesign im Sinne von „good/best practices“ entstehen.

Wie werden RNext-Normen entwickelt?

In den RNext-Gruppen werden für wertschöpfende Vorgänge prototypische Entwicklungen ausgearbeitet und in mindestens zwei Consumer-Provider-Pärchen direkt pilothaft umgesetzt.

Was ist eine RNext-Gruppe?

Als RNext-Gruppe wird eine zeitlich unbegrenzte Zusammenarbeit von Unternehmen beziehungsweise Marktteilnehmenden verstanden, um eine Norm gemeinschaftlich und praxisnah zu entwickeln. Dabei werden unterschiedliche Phasen, von der Initiierung bis zur Implementierung, durchlaufen. Eine RNext-Gruppe soll eine Domäne während des gesamten Lebenszyklus begleiten. Wird die vorgeschlagene Mindestanzahl von zwei Consumer-Provider-Pärchen unterschritten, wird die Gruppe voraussichtlich pausieren. Jede RNext-Gruppe bekommt einen Paten durch den NAUS an die Seite gestellt, um die Begleitung der Gruppe und die Behandlung von auftretenden Fragestellungen sicherzustellen.

Vom Candidate zum BiPRO-Standard

Nach Abschluss eines bAV-Pilotprojektes, in dem die Prozesse der betrieblichen Altersversorgung durchleuchtet wurden, fand sich eine Initiativgruppe zusammen. Die Teilnehmenden haben sich zum Ziel gesetzt, fokussiert für die mengenmäßig am häufigsten auftretenden bAV-Geschäftsvorfälle eine standardisierte, digitale Kommunikation zu erarbeiten. Während der Zeichnungsphase wurde der Bedarf weiterer Marktteilnehmenden signalisiert. Die Gruppe ging mit über zehn Teilnehmenden, bestehend aus Versicherern, Softwareherstellern und IT-Dienstleistern, Ende 2019 an den Start. In enger Zusammenarbeit wurde ein bAV-Standard für die Übermittlung von standardisierten Änderungsdaten entwickelt. Nach intensiver Arbeit konnte die Version 1.0 erfolgreich abgeschlossen und ein Release Candidate an den NAUS kommuniziert werden. Gespannt wird der Fortschritt des Normierungsprozesses verfolgt, wofür ein Review der identifizierten Artefakte und YAML erwartet wird. Die Normierung des bAV-Standards ist eine wichtige Voraussetzung, um die Akzeptanz der Schnittstelle am Markt zu erreichen und weiteren Marktteilnehmenden die Nutzung zu ermöglichen.

Resumee

Mit der Einführung von bAV-Services, die über standardisierte Schnittstellen zwischen Arbeitgeber oder Makler und Versicherungsunternehmen ausgelöst werden können, entstehen Win-Win-Situationen. Für den Arbeitgeber wird die Möglichkeit geschaffen, unabhängig vom Provider die definierte Spezifikation für die Schnittstelle universell einzusetzen. Dadurch wird die Komplexität reduziert und Kosten werden gespart. Der Bedarf an digitalen bAV-Prozessen kann durch die Kombination der verschiedenen BiPRO-Normen beider Releasegenerationen weitestgehend abgedeckt werden.

adesso ist bereits seit Jahren aktives BiPRO-Mitglied und hat umfangreiche Erfahrungen bei der Auswahl und Realisierung von Webservices für den BiPRO-Standard. Als starker IT-Partner begleitet adesso die Marktteilnehmenden, um den bAV-Prozess und die Schnittstellen ganzheitlich digital zu unterstützen und so den Nutzen für alle Beteiligten zu erhöhen. Nach Standardisierung führt adesso eine erste prototypische Anbindung der Schnittstelle an die Systeme der adesso insurance solutions durch. Auf die Realisierung mit Hilfe der adesso BiPRO-Toolsuite wird mein Kollege in einem späteren Beitrag näher eingehen.

Bild Tanja   Hayo

Autorin Tanja Hayo

Tanja Hayo ist als Teamleiterin im Consulting Insurance bei adesso tätig. Seit 2006 ist Tanja in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) aktiv und engagiert sich seit über 10 Jahren als Projektleiterin bei IT-Vorhaben sowie für die Entwicklung von digitalen und innovativen Lösungen der bAV.

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