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Menschen von oben fotografiert, die an einem Tisch sitzen.

Die Energiewirtschaft steht vor enormen Herausforderungen. Gemäß dem KI-Report von adesso steht das Thema „Nachhaltigkeit“ an oberster Stelle, gefolgt von den Themen „Preisdruck“ und „neue Technologien“. Alle drei Aspekte müssen jedoch zusammen gedacht werden:

„Wenn es einem Unternehmen gelingt, Windkraftanlagen länger und effizienter laufen zu lassen, weil Drohnen mit Kamerasystemen und KI-Algorithmen frühzeitig Schäden erkennen, dann wirkt sich der Einsatz von KI positiv auf die Nachhaltigkeit und die Kostenseite aus.“

Um den drei Herausforderungen gleichermaßen gerecht zu werden, scheint der Einsatz neuer Technologien nicht abwegig zu sein. Eine damit in Zusammenhang stehende interessante Technologie ist das Cloud-Computing, das die Bereiche Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Plattform in Einklang bringt und enorme Potenziale für die Versorgungsunternehmen entfalten kann. Das bestätigen auch die Vertreterinnen und Vertreter der Energiewirtschaft: Wer in den nächsten fünf Jahren in KI investiert, wird einen Wettbewerbsvorteil haben (siehe adesso KI-Report).

Wir wollen einen Überblick darüber geben, welche Potenziale das Cloud-Computing für die Energiewirtschaft bringen kann.

Was ist Cloud-Computing überhaupt?

Vereinfacht gesagt, wird beim Cloud-Computing ein Netzwerk von Rechenzentren und/oder Servern aus der Ferne beziehungsweise remote genutzt, um Daten zu speichern, zu verwalten und zu verarbeiten, anstatt einen lokalen Server oder ein Rechenzentrum an einem Ort zu verwenden. Es fördert den Zugang, die Verfügbarkeit und die Wartungsfreundlichkeit.

Und was soll es den Versorgungsunternehmen nutzen?

Das Thema „Cloud-Computing“ bietet für Versorgungsunternehmen beste Möglichkeiten, eine rasche Entwicklung in den Bereichen Ausgaben, Flexibilität und Skalierbarkeit, Performance und Datenanalyse, Datenverfügbarkeit und Echtzeit-Reporting sowie Nachhaltigkeit zu ermöglichen:

  • Investitionsausgaben und Betriebsausgaben: An die Stelle der Investitionsausgaben beziehungsweise des Capital Expenditures (CapEx) für ein eigenes Rechenzentrum (und aller zusätzlichen Kosten, wie für Versorgungsleistungen, Personal und Wartung, die bei Rechenzentren vor Ort anfallen) treten die Betriebsausgaben beziehungsweise die Operating Expenses (OpEx) für die Unterhaltung einer Cloud-Computing-Infrastruktur. Beim Cloud-Computing wird nur für das gezahlt, was an Rechenleistung, Speicherkapazitäten und zusätzlichen Cloud-Diensten und/oder zusätzlichem Cloud-Support für den Betrieb benötigt wird (Betriebsausgaben). Das Versorgungsunternehmen muss sich keine lokalen Server und Rechenzentren mehr anschaffen, die spezialisiertes Verwaltungs- und Wartungspersonal erfordern, physischen Raum beanspruchen und rund um die Uhr Energie verbrauchen. Kapitalkosten hinsichtlich Hardware, Anlagen oder Versorgungseinrichtungen für ein Rechenzentrum vor Ort entfallen demnach. Kostspielige Wartungs- und Aktualisierungs-Aufgaben der lokalen IT-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in die Hände von Cloud-Administratorinnen und Administratoren gelegt.
  • Flexibilität und Skalierbarkeit: Die Anpassungen der Rechenleistung oder der Speicherkapazitäten nach Bedarf äußern sich in einer deutlichen Zunahme der Flexibilität und Skalierbarkeit. Denn Infrastruktur, Leistung und Dienste der Cloud können je nach Situation und Anforderung flexibel nach oben oder unten angepasst werden. Außerdem bringt das Cloud-Computing die nötige Agilität für die Versorgungsunternehmen, um an neuen potenziellen Lösungen zu experimentieren oder ihre bestehenden Lösungen zu verbessern, ohne dadurch materielle Verluste zu erleiden.
  • Performance und Datenanalyse: Angesichts der rasant steigenden Datenkomplexität und vielfalt ist es für Versorgungsunternehmen unerlässlich, datenanalytische Fähigkeiten aufzubauen, um intelligente und fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen. Cloud-Computing-basierte Datenanalysen erfordern jedoch eine hohe Rechenleistung – eine Anforderung, die mit der vorhandenen IT-Infrastruktur nicht erfüllt werden könnte. Durch flexible Anpassung der Rechenleistung und die Nutzung fortschrittlicher Datenanalyse-Applikationen können auch komplexe Daten(mengen) schnell verknüpft und zielgerichtet verarbeitet werden, um „Insights“ und Empfehlungen zu gewinnen, die die betriebliche Effizienz und Rentabilität von Produktionsanlagen steigern. Diese „Insights“ und Empfehlungen werden nicht zuletzt aus der Entwicklung und Implementierung neuer datengetriebener Produkte und Services gewonnen.
  • Zentrale Datenverfügbarkeit und Echtzeit-Reporting: Das Echtzeit-Reporting, basierend auf einer effizienten Cloud-Computing-Architektur mit Live-Streaming-Dienst, trägt in hohem Maße zur Beschleunigung der Entscheidungsfindung bei. Entscheidungsrelevante Daten müssen nicht mehr manuell beschafft oder über verschiedene Kanäle kommuniziert werden, sondern können in eine zentralisierte Datenplattform integriert und über Reporting-Tools in Echtzeit diversen Nutzergruppen zugänglich gemacht werden. Zusammenarbeit, Kommunikation und Informationsaustausch erfolgen quasi nahtlos. Datensilos in einzelnen Anwendungsbereichen, zum Beispiel bei den Operational Technologies (OT) oder Information Technologies (IT), werden durch eine integrative und zentrale Cloud-Plattform aufgelöst. Die Koordinierung verschiedener paralleler Arbeitsabläufe in den dynamischen Energieerzeugungsanlagen wird durch die Echtzeitfähigkeiten der Cloud-Technologien erheblich vereinfacht.
  • Nachhaltigkeit: Auch das Thema „Nachhaltigkeit“ wird in gewissem Maße durch den Einsatz der beziehungsweise den Umstieg auf die Cloud adressiert: Denn so müssten Rechenzentren nicht in regelmäßigen Abständen aufgerüstet, ersetzt oder aktualisiert und demnach alte bzw. abgenutzte Hardware nicht auf der Mülldeponie entsorgt werden.

Die Potenziale liegen auf der Hand

Cloud-Computing bietet enorme Vielseitigkeit mit skalierbaren Lösungen, außergewöhnlicher Performance, praktisch unbegrenzten Zugriffsmöglichkeiten/Datenspeicherkapazitäten und daraus resultierenden potenziellen Kosteneinsparungen. Versorgungsunternehmen können ohne große Kosten experimentieren und ihre Lösungen verbessern, was ihnen Flexibilität und Agilität bei minimalen Investitionen ermöglicht. Darüber hinaus bietet das Cloud-Computing Transparenz und Echtzeit-Reporting und stellt so eine wertvolle Unterstützung bei der Entscheidungsfindung dar. Die Cloud-Technologie spielt in der Versorgungswirtschaft eine wichtige Rolle, da sie Unternehmen in die Lage versetzt, Lösungen und Dienstleistungen schnell und effizient zu entwickeln beziehungsweise bereitzustellen. Außerdem wird ein kleiner Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet.

Eine intelligente Umstellung auf das Cloud-Computing sollte jedoch mit einer sorgfältigen Strategie, Bewertung und Roadmap einhergehen, die einen ganzheitlichen und integrativen Ansatz von der Konzeption über die Implementierung bis hin zur Operationalisierung umfasst. Welche Aspekte es bei energiewirtschaftlichen Cloud-Computing-Projekten zu beachten gilt, werden wir im Verlauf dieses Jahres weiter beleuchten.

adesso verfügt über die nötige Erfahrung und Kompetenz und entwickelt branchenweite Cloud-Lösungen und -Services, um seine Kundinnen und Kunden aus der Versorgungswirtschaft auf ihrem Weg in die Cloud mit dem Tempo der Innovation zu begleiten.

Übrigens: Auf unserer Website erfahrt ihr mehr zu unseren Leistungen im Bereich der Energiewirtschaft. Unsere Expertinnen und Experten bringen den richtigen Mix aus Technologieexpertise und fundiertem Verständnis für euer Digitalisierungsprojekt mit.

Weitere spannende Themen aus der adesso-Welt findet ihr in unseren bisher erschienenen Blog-Beiträgen.

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Autor Stephen Lorenzen

Stephen Lorenzen ist Senior Consultant und seit knapp 3 Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Er versteht sich als ein pragmatischer und interdisziplinär aufgestellter Allround-Berater mit mehrjähriger Berufserfahrung im Innovationsmanagement, Requirements Engineering und klassischen sowie agilen Projektmanagement.

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Autor Georg Benhöfer

Georg Benhöfer ist Leiter des Themenschwerpunkts Regulierung in der Energiewirtschaft bei adesso. Als Senior Consultant mit Fokus auf die Gestaltung und Umsetzung von sowohl klassischen als auch agilen Digitalisierungsprojekten begleitet er seit vielen Jahren Unternehmen der Energiewirtschaft als Projektleiter, Fachexperte und strategischer Berater.

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Autor Lars Zimmermann

Lars Zimmermann ist Senior Consultant bei adesso und seit knapp zehn Jahren in der Energiewirtschaft tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte bildeten hierbei Prozesse der Abrechnung, des Kontokorrents und der Tarifierung. Darüber hinaus beschäftigt er sich intensiv mit dem Wettbewerb und der Regulierung in der Energiewirtschaft.

Kategorie:

Methodik

Schlagwörter:

Energiewirtschaft

Cloud

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