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Markus Merder: Leiter des Digital Experience Lab bei adesso

Markus Merder leitet ein Competence Center bei adesso und das neue „Digital Experience Lab“ als Teil der adesso Innovationswerkstätten. Hier soll die Kreativität der eigenen Mitarbeiter, aber auch von Kunden und Besuchern angeregt werden. Wer das Lab betritt, sieht sich inmitten eines Raums voll mit Technik und Exponaten rund um die Themen Digitalisierung und Internet of Things. Eine grosse, bunte Spielwiese für Technikfans.

Markus, warum hat adesso ein Digital Experience Lab eröffnet?

Markus Merder: Das Digital Experience Lab ist ein Raum, in dem wir die Digitalisierung und das Internet of Things (IoT) direkt erlebbar, greifbar und somit konkret vorstellbar machen. Es ist gedacht als eine Experimentierwiese für unsere Kunden und Geschäftspartner, aber auch für unsere eigenen Mitarbeiter und – wichtig für unser Recruiting – für Studenten und Professoren.

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Also gucken wir hier in dem Raum durch das Schlüsselloch in die Zukunft sozusagen?

Ja, wir werfen hier tatsächlich einen Blick in die Zukunft, auf die Chancen und Möglichkeiten einer digitalisierten Welt, in der lernfähige Maschinen „intelligent“ werden, in der Alltagsgegenstände mit Sensorik ausgestattet sind und nahtlos auf der Basis von Informationstechnologie und Internet of Things miteinander kommunizieren. Das alles machen wir hier für unsere Kunden und Besucher anfassbar. Wer will, kann hier gerne mitbasteln und herumexperimentieren. Oder sich eben die Sachen nur demonstrieren lassen.

Was gibt es hier genau zu sehen? Was ist mit der Tür hier mitten im Raum?

Das ist unsere „intelligente Tür“. Wer davor steht, wird per Kamera erfasst. Per Software erfolgt eine Gesichtserkennung und wer hier erkannt wird, für den öffnet sich die Tür. Ein Beispiel für Cloud-Dienste und „Machine Learning“ zur Personenidentifizierung. In Verbindung mit anderen Sensoren könnte dies beispielsweise für Haushalte praktisch sein, in denen Kinder ohne Schlüsselbund zuhause ein- und ausgehen können.

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Was gibt es noch? Ich sehe hier Werkbänke, Computer, Spielzeugbahnen, viele technische Gerätschaften. Und diesen PC mit Kamera hier.

An diesem Bildschirm erfolgt die Emotionserkennung. Guck einfach mal in die Kamera! Unsere Emotionserkennungssoftware zeigt auf, welchen Gemütszustand dein Gesichtsausdruck übermittelt: Also: Der Analyse zufolge bist du gerade zu 45 Prozent fröhlich und die restlichen Emotionen zeigen Konzentration und Nachdenklichkeit.

Du hättest mich auch fragen können. Ich kenne meine Stimmung. Wofür soll das gut sein?

Konkrete Anwendungsfälle gibt es hierfür viele. Das macht ja gerade diesen Bereich so kreativ. Die reine Technik ist die eine Seite, aber der Nutzen muss jeweils abgeleitet werden. Grundsätzlich wollen wir unsere Kunden mit dem Digital Experience Lab erst mal inspirieren, ihre Kreativität wecken, ohne ihnen schon konkrete Anwendungsmöglichkeiten mitzugeben.

Ihr denkt hier noch gar nicht an Produkte?

Nein, wir möchten es lieber den Besuchern überlassen, über konkrete Szenarien in ihrem Geschäftsfeld nachzudenken. Selbstverständlich sind wir auch beim Anwendungstransfer behilflich. Denn Ideen haben wir selbst zuhauf. Es ist aber nicht vorrangig Sinn und Zweck dieses Labors hier.

Trotzdem noch mal die Frage: Wozu Emotionserkennung?

Ein konkretes Beispiel wäre die Überprüfung der Schaufenstergestaltung in Läden: Wie kommen die Sachen beim Betrachter vor der Scheibe an? Sein Gesichtsausdruck ist ein guter Indikator für seine innere Reaktion auf das Dargestellte. Also die Messung der unmittelbaren Kundenreaktion. Das ist übertragbar auf Resonanzanalysen in vielen Bereichen, wo Menschen Informationen aufnehmen und auf dieser Basis Entscheidungen treffen.

Hier sind schöne bunte Lampen. Was hat es damit auf sich?

Mit Leuchten kann man viel machen. Einige Beispiele: Mit Sensorik ausgestattete Lampen können in Besprechungsräumen per Farbe anzeigen, wie die Luftqualität im Raum ist. Wir haben das hier bei adesso selbst in Anwendung: Leuchtet die Lampe rot, dann muss in Besprechungsräumen gelüftet werden, damit alle genügend Frischluft bekommen. Auch in Selbsterprobung: Lampen als Qualitätssicherung in der Softwareentwicklung. Hier leuchten Lampen über unseren Entwickler-Arbeitsplätzen auf, wenn Fehler in der Pipeline eines Prozessabschnittes passieren. So kann man unmittelbar Bugs erkennen und beheben.

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Hier ist eine Carrerabahn. Was macht ihr damit?

Das ist eine Spielzeugbahn, ja. Die „Anki Overdrive“. Wir benutzen diese, um unser Szenario vom kollisionsfreien, automatisierten Autofahren in der Zukunft zu demonstrieren. Die Anki-Bahn war im letzten Jahr unser Highlight-Showcase auf Messen und Veranstaltungen. Wie die Autos mit großem Tempo unfallfrei aneinander vorbeigleiten, beeindruckt die Menschen. Alles softwaregesteuert. So stellen wir uns auch das Autofahren der Zukunft vor – vollautomatisiert und via Algorithmen geregelt.

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Welche Exponate gibt es hier noch zu sehen?

Das hier zum Beispiel sind Kaffeekannen-Waagen, die - an Software angeschlossen - aufzeigen, wann Servicekräfte einzelne Kannen nachfüllen müssen, ohne in die Behälter reinschauen zu müssen. Daran haben wir hier bei adesso selbst Bedarf mit unseren zahlreichen Veranstaltungen. Darüber hinaus zeigen wir auch ein System zur automatischen Erkennung von belegten Plätzen in Büros oder auch unser köstliches, selbstgebrautes IoT-Bier… und vieles mehr. Am besten, Interessenten kommen einfach mal vorbei und lassen sich die Dinge in einem unserer Labs in Dortmund, Berlin oder München zeigen. Wir entwickeln hier übrigens auch schnell konkrete Prototypen zur Erstüberprüfung von Ideen.

Abschließend ein Wort zur Faszination, das dieses Gebiet auf dich ausübt?

Im Digital Experience Lab verbinden wir exemplarisch für die Digitalisierung Einzeldaten, die in Kombination so viel mehr wert sind als jede Einzelinformation für sich allein. Es ist eben die Vernetzung der Dinge, die diesen Bereich so spannend und für mich so überzeugend macht.

... leitet bei adesso ein Competence Center für Java-basierte Entwicklung und ist zuständig für das Digital Experience Lab am Standort Dortmund (weitere Labs an den adesso-Standorten Berlin und München sind im Aufbau). Markus hat Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Dortmund studiert.

E-Mail: markus.merder@adesso.de

Bildnachweis: adesso AG

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